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Landsleutebrief vom 28. März: Weitere Planungen

29.03.2020 - Artikel

Liebe Landsleute,

am Donnerstag und Freitag sind die ersten beiden Lufthansaflüge von Lima nach Deutschland abgehoben und haben mehr als 600 Personen nach Deutschland gebracht. Wir wissen, dass viele von Ihnen noch auf diese Möglichkeit warten und Ihre Geduld langsam auf die Probe gestellt wird. Aber glauben Sie uns, wir bemühen uns mit aller Kraft, Ihnen dies zu ermöglichen. Leider werden uns in der gegenwärtigen Situation des Häufigeren Knüppel zwischen die Beine geworfen.

Bereits diese ersten beiden Flüge durchzuführen, war ein riesiger Kraftakt, geprägt durch mehrere Rückschläge. Landegenehmigungen wurden versprochen, dann doch nicht erteilt; dann wurden absurde Zeitfenster angeboten, die mit internationalen luftfahrrechtlichen Regelungen nicht in Einklang zu bringen waren. Erst Gespräche auf höherer politischer Ebene zwischen dem Auswärtigen Amt und dem peruanischen Außenministerium konnten hier Abhilfe schaffen. So konnten die ersten beiden Flieger starten.

Wir wissen, insbesondere unsere Landsleute außerhalb Limas machen gerade eine schwierige Zeit durch. Noch einmal: Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung für Sie. Wir möchten mit diesem Brief größtmögliche Transparenz über unsere Planung geben. Dies alles ist aufgrund noch ausstehender peruanischer Genehmigungen nicht in Stein gemeißelt, wird aber hoffentlich so oder so ähnlich ablaufen. In jedem Falle werden wir Sie persönlich über ihre individuelle Rückkehrmöglichkeit informieren. Daher gilt: Stellen Sie Ihre Erreichbarkeit mittels Ihrer angegeben Handynummer oder per E-Mail sicher. Laden Sie Ihr Handy auf und lassen dieses angeschaltet. Prüfen Sie mehrmals täglich Ihren E-Mail Eingang.

Nun zu unseren Planungen:

  1. Iquitos und Umgebung:
    Einen konkreten Vorschlag können wir bereits in Iquitos und Umgebung geben. Am 31.03. haben wir einen Flug vom Flughafen Iquitos nach Lima geplant. Auch dieser steht weiterhin unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigung, aber wir sind zuversichtlich, dass wir diese Genehmigung erhalten werden. Ihr Weiterflug nach Deutschland erfolgt dann von Lima aus. Dazu unten mehr. Bitte begeben Sie sich so schnell wie möglich nach Iquitos.
  2. Allgemein für alle anderen Regionen:
    Wir halten eine Rückkehr nach Deutschland via Lima nach unseren bisherigen Erfahrungen für nicht praktikabel und durchführbar. Die Gefahr, dass man uns nicht ausreichend Landegenehmigungen für Rückkehrflüge von Lima aus erteilt und Sie in Lima stranden, ist zu groß. Ob die Flüge aus der Provinz nach Lima genehmigt werden, ist auch ein zu großer Unsicherheitsfaktor. Wir sind auch nicht davon überzeugt, dass der Landweg eine bessere Alternative nach Lima darstellt, auch wenn dies Botschaften anderer Länder anders sehen mögen und daher Busse auf den Weg geschickt haben. Wir glauben, dass ein Durchkommen der Busse und eine rechtzeitige Ankunft in Lima keinesfalls gesichert sind. Daher setzen wir all unsere Kraft derzeit darauf, Sie über Santiago de Chile auszufliegen. Wir stehen hierzu im engen Kontakt mit der chilenischen Fluggesellschaft LATAM, die uns dies ermöglichen will.
  3. Cusco:
    Um eines klarzustellen: WIR HABEN KEINE FLÜGE ABGESAGT! Diese Falschinformation kursierte in den sozialen Medien. Fakt ist, dass die uns zugesicherten Landegenehmigungen für die angekündigten Flüge aus Cusco, obwohl lange angemeldet, von den peruanischen Behörden nicht erteilt wurden. Wir haben daraufhin jedoch umgehend neue Landegenehmigungen für den 01. und 02. April beantragt. Wir planen an den beiden Tagen je zwei Flüge nach Santiago de Chile, von wo es weiter nach Deutschland geht. Auch dies steht leider unter dem Vorbehalt der Genehmigung der peruanischen Behörden. Zur Vorbereitung der Abreise werden eine Kollegin und ein Kollege der Botschaft nach Cusco reisen und Sie vor Ort unterstützen.
  4. Arequipa, Piura, Tarapoto, Trujillo:
    Auch von diesen Orten planen wir jeweils Flüge nach Santiago de Chile und eine Weiterreise nach Deutschland. Konkrete Daten werden wir Ihnen schnellstmöglich mitteilen. Sollten Sie sich in Mancora befinden, begeben Sie sich bitte nach Piura; wenn Sie in Huanchaco sind, fahren Sie bitte nach Trujillo.
  5. Lima: Auch für Lima planen wir zwei weitere Flüge nach Deutschland, und zwar am 03. und 06.04. (Wenn Sie sich nicht in Lima und Umgebung aufhalten, gilt: Begeben Sie sich bitte nicht nach Lima – Ausnahme Iquitos, siehe Punkt 1 –, sondern bleiben Sie in den unter 3. und 4. genannten Orten bzw. begeben sich dorthin. Für Sie gibt es auf diesen Flügen keine Kapazitäten.)

Dies ist unsere Planungsgrundlage, mit der wir an die peruanische Regierung herangetreten sind. Wir werden mit aller Kraft für deren Umsetzung kämpfen. Sollten wir zur Anpassung der Pläne aufgrund fehlender Kooperation der peruanischen Behörden gezwungen sein, werden wir Sie umgehend informieren. Aber hoffen wir das Beste!

Wie eingangs gesagt: Wir wissen um Ihre Situation. Es ist vollkommen nachvollziehbar, dass Sie mit Unverständnis, Ärger und Wut reagieren. Wir nehmen das über die vielen E-Mails und die sozialen Netzwerke sehr deutlich wahr. Aber glauben Sie uns, auch wir sind wegen der aktuellen Situation sehr frustriert. Die letzte Woche war für uns eine Woche mit Rückschlägen. Wir waren in den letzten Tagen bis zur Erschöpfung tätig, um das Rückholprogramm aus Peru zu realisieren und sind unermüdlich auf den verschiedensten Ebenen immer wieder an die peruanische Regierung herangetreten. Wir tun dies auch weiterhin. Haben Sie bitte Geduld mit uns und geben Sie uns die notwendige Flexibilität. Nur so werden wir in diesem Land ans Ziel kommen.

Ihre Deutsche Botschaft Lima

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