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Namensführung von Kindern

Foto eines lachenden Babys

Foto eines lachenden Babys, © www.colourbox.com

10.05.2018 - Artikel

Allgemeine Hinweise

Für viele im Ausland geborene deutsche Kinder ist es in vielen Fällen erforderlich, die Namensführung für den deutschen Rechtsbereich zu klären, bevor der erste Pass ausgestellt werden kann. Dies ist z.B. oft dann der Fall, wenn die Eltern unterschiedliche Saatsangehörigkeiten besitzen, nicht verheiratet sind oder keinen gemeinsamen Ehenamen führen. In diesem Fall ist eine Erklärung zur gewünschten Namensführung des Kindes notwendig.

Namenswahl für den deutschen Rechtsbereich

Alle folgenden Angaben beruhen auf Erkenntnissen im Zeitpunkt der Textabfassung. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit, insbesondere wegen möglicherweise zwischenzeitlich eingetretener Veränderungen, kann jedoch keine Gewähr übernommen werden.

Gemäß dem deutschen Internationalen Privatrecht unterliegt der Name einer Person dem Recht des Staates, dem sie angehört. Bei Mehrstaatern geht die deutsche Staatsangehörigkeit grundsätzlich vor. Das bedeutet, dass sich der Name eines Kindes, das (auch) die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, grundsätzlich nach den folgenden Vorschriften richtet:

1. Führen die Eltern einen Ehenamen, ist dieser auch Geburtsname des Kindes (§ 1616 BGB).

2. Führen die Eltern keinen gemeinsamen Familiennamen und die elterliche Sorge steht ihnen gemeinsam zu, so bestimmen sie den Namen, den Vater oder Mutter zum Zeitpunkt der Geburt führen, zum Geburtsnamen des Kindes (§ 1617 BGB).

Die Erklärung erstreckt sich kraft Gesetzes auf alle später geborenen Geschwisterkinder, für diese ist keine weitere Erklärung erforderlich.

3. Führen die Eltern keinen gemeinsamen Ehenamen und steht die elterliche Sorge nur einem Elternteil zu, so erhält das Kind den Namen, den dieser Elternteil führt, als Geburtsnamen.

Der sorgeberechtigte Elternteil kann dem Kind den Namen des anderen Elternteils erteilen, diese Erklärung bedarf jedoch der Zustimmung des anderen Elternteils (§ 1617 a BGB).

Wichtig: Die Frage der elterlichen Sorge bestimmt sich im Verhältnis Deutschland-Peru nach dem Recht des Aufenthaltsortes des Kindes. Lebt das Kind in Peru, regelt sich die elterliche Sorge nach dem peruanischen Recht.

Zu beachten:

Wenn ein oder beide Elternteile (neben der deutschen) eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzen, hat der Inhaber der elterlichen Sorge nach Art. 10 Abs. 3 EGBGB eine Rechtswahlmöglichkeit (das gilt auch, wenn die Eltern nach deutschem Recht einen gemeinsamen Ehenamen führen): Für die Namensführung des Kindes kann in diesen Fällen jedes Heimatrecht eines Elternteils gewählt werden. Konkret heißt das, dass für ein Kind, dessen Elternteil (auch) eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzt, z.B. die peruanische, auch dieses (z.B. peruanische) Recht für die Namensführung gewählt werden kann.

Im Falle von deutsch-peruanischen Eltern kann daher ein Kind auch für den deutschen Rechtsbereich einen Familiennamen nach peruanischem Recht führen (gemäß Art. 20 des Código Civil erhält das eheliche Kind den ersten Familiennamen des Vaters und den ersten Familiennamen der Mutter bzw. nach Art. 21 stehen dem nichtehelichen Kind die Familiennamen des Erzeugers zu, der es anerkannt hat, ist es von beiden anerkannt, so führt es den ersten Familiennamen beider Elternteile).

Kann das Recht eines weiteren Staates zur Anwendung kommen, weil ein Elternteil (auch) die Staatsangehörigkeit dieses Staates besitzt, lassen Sie sich bitte vom Konsulatsreferat der Botschaft über die jeweiligen Namenswahlmöglichkeiten beraten.

Die o.g. Regelungen gelten seit der Reform des Kindschaftsrechts zum 01.07.1998. Muss (z.B. für eine Pass-Erstausstellung) die Namensführung einer vor diesem Zeitpunkt geborenen Person bestimmt werden, ist das zum Zeitpunkt der Geburt geltende Recht anzuwenden. In solchen Fällen wenden Sie sich bitte an das Konsulatsreferat der Botschaft, das Ihnen gerne die für den konkreten Fall geltenden namensrechtlichen Vorschriften erläutert.

Für alle Namenserklärungen wird gemäß Ziff. 121 der Auslandskostenverordnung eine Gebühr von 25,- € erhoben (zahlbar zum jeweiligen Wechselkurs der Zahlstelle der Botschaft in Nuevos Soles oder mit Kreditkarte nur Visa oder MasterCard).

Informationen zur Namenserklärung

Eine Namenserklärung ist immer dann erforderlich, wenn die gemeinsam sorgeberechtigten Eltern eines deutschen Kindes keinen Ehenamen nach deutschem Recht führen. Kinder, deren Eltern einen deutschen Ehenamen führen, erhalten diesen Namen automatisch, haben aber die Möglichkeit, ihren Familiennamen auch nach dem Recht jedes Staates zu führen, dem ein Elternteil angehört, zum Beispiel nach peruanischen Recht. Das deutsche Namensrecht bietet die Möglichkeit der Wahl des Vater- oder des Mutternamens. Das peruanische Namensrecht schreibt den Doppelnamen, bestehend aus dem Vaternamen des Vaters und dem Vaternamen der Mutter vor.

1. Benötigt werden folgende Unterlagen:

  • 2 vollständig und möglichst am PC ausgefüllte Antragsformulare. Benötigt werden die Daten zum Zeitpunkt der Geburt! Falls erforderlich kann die Hilfe der u. g. Übersetzer in Anspruch genommen werden, die von der Botschaft entsprechend geschult wurden und denen die Formulare in elektronischer Form vorliegen.
  • Geburtsurkunde des Kindes
  • ggf. Heiratsurkunde der Kindeseltern
  • Geburtsurkunden beider Eltern
  • ggf. deutsche Geburtsurkunden älterer Geschwister
  • Nachweise über die Staatsangehörigkeit der Eltern zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes (i.d.R. Reisepässe oder Personalausweise/DNI der Eltern, ggf. Staatsangehörigkeitsausweise oder Einbürgerungsurkunden)
  • ggf. Verleihungsurkunde für in Deutschland erworbenen oder anerkannten akademischen Grad
  • ausgefülltes Datenblatt (mit Name, Anschrift, Telefonnummer, e-mail)
  • Für den in Deutschland gemeldeten/nicht mehr gemeldeten Elternteil Melde-/Abmeldebescheinigung
  • ggf. Nachweise über Auflösung von früheren Ehen der Kindesmutter

2. Bitte beachten:

  • Die antragstellende(n) Person(en) (d. h. i.d.R. die Eltern; wenn das Kind 14 Jahre oder alter ist, auch das Kind) muss/mussen personlich bei der Auslandsvertretung vorstellig werden und unterschreiben.
  • Im Einzelfall konnen weitere Dokumente verlangt werden, wenn diese zur Bearbeitung desAntrags notig sind.
  • Im Ausland geschiedene Vorehen mussen im Rahmen der Geburtsanzeige i.d.R. erst in Deutschland anerkannt werden(siehe gesondertes Merkblatt) Ausnahme: Scheidung zweier Peruaner in Peru (sogen. .Heimatstaatentscheidung¡§)
  • Bei nicht miteinander verheirateten/geschiedenen Eltern:

- falls der Kindesvater die deutsche Staatsangehorigkeit besitzt, muss vor der Abgabe der Geburtsanzeige/Namenserklarung eine nach deutschem Recht gultige Vaterschaftsanerkennung vorliegen. Grundsatzlich ist die personliche Anzeige der Geburt beim peruanischen Standesamt durch den Vater hierfur ausreichend.

- ist die Kindesmutter Deutsche, muss sie gemeinsam mit dem Vater die Geburt beim peruanischen Standesamt anzeigen, damit die Vaterschaftsanerkennung auch nach deutschem Recht gultig ist. Anderenfalls muss i.d.R. bei der Botschaft eine Zustimmungserklarung nachbeurkundet werden.

Der zustandige Standesbeamte kann im eigenen Ermessen entscheiden ob er daruber hinaus eine Zustimmungserklarung zur Vaterschaftsanerkennung nach deutschem Recht beurkundet werden muss.

Alle peruanischen Personenstandsurkunden mussen vom RENIEC (.Registro Nacional de Identidad y Estado Civil¡§) vorbeglaubigt und vom peruanischen Ausenministerium (Ministerio de Relaciones Exteriores) mit der Apostille versehen sein.

Nichtdeutsche Urkunden mussen zudem von einem offiziell in Peru zugelassenen Ubersetzer oder von einem in Deutschland vereidigten Ubersetzer ins Deutsche ubersetzt sein.

Die o.g. Unterlagen und Dokumente einschließlich Übersetzungen sind im Original und jeweils mit zwei einfachen Kopien vorzulegen.

3. Gebühren

Gebühren sind bei Antragsstellung zu zahlen in Nuevos Soles zum jeweiligen Wechselkurs der Zahlstelle der Botschaft oder mit Kreditkarte in Euro nur Visa oder MasterCard:

  • Beglaubigung von Fotokopien (bis zu 10 Seiten) 10,- €
  • Beglaubigung der Unterschrift der Sorgeberechtigten 20,- €

Hinzu kommen Gebühren, die vom jeweiligen Standesamt in Deutschland für die Bearbeitung der Anträge erhoben werden. Im Falle des Standesamts I in Berlin sind diese:

  • Ausstellung von 1. gebührenpflichtige Bescheinigung über die Wirksamkeit der Namensführung 10,- €

Formulare zur Namenserklärung

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