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Einreise nach Deutschland aus Peru und Quarantänebestimmungen

Visumetiketten

Visumetiketten, © Thomas Köhler/photothek.de

13.08.2020 - Artikel

1. Visumbearbeitung

Aufgrund der Pandemieentwicklung in Peru ist derzeit grundsätzlich eine Annahme von Visumanträgen bei der Botschaft Lima nur in dringenden Ausnahmefällen möglich. Sobald sich hieran etwas ändert, wird dies auf der Webseite der Botschaft  bekanntgemacht.

Visa können derzeit nur in den nachstehend genannten Ausnahmefällen erteilt werden:

  • Gesundheitspersonal, Gesundheitsforscher und Altenpflegepersonal
  • Personal im Gütertransport sowie sonstiges Transportpersonal
  • Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft

  • Seeleute zum Zweck der Durchreise zum Erreichen des Abfahrtshafens eines Schiffes oder eines Flughafens, um in einen Drittstaat zurückzukehren

  • Vorübergehende Besuchsreisen in folgenden Fällen:
    - Besuchsreisen von Familienangehörigen der sog. „Kernfamilie“ (d.h. Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, minderjährige Kinder und Eltern minderjähriger Kinder) von Deutschen, EU-Bürgern, Staatsangehörigen Islands, Liechtensteins, Norwegens, der Schweiz oder Großbritanniens oder von Drittstaatsangehörigen mit bestehendem Aufenthaltsrecht in Deutschland
    - nur aus zwingenden familiären Gründen (Geburten, Hochzeiten, Todesfälle/Beerdigungen oder andere besondere Ausnahmefälle, in denen ein zwingender familiärer Grund vorliegt):
    Besuchsreisen von Verwandten 1. und 2. Grades, die nicht zur „Kernfamilie“ gehören (d.h. volljährige Kinder, Eltern volljähriger Kinder, Geschwister und Großeltern), von Deutschen, EU-Bürgern, Staatsangehörigen Islands, Liechtensteins, Norwegens, der Schweiz oder Großbritanniens oder von Drittstaatsangehörigen mit bestehendem Aufenthaltsrecht in Deutschland
    - Besuchsreisen des drittstaatsangehörigen Partners zu seinem nicht verheirateten/nicht verpartnerten Partner in Deutschland. Der einladende Partner muss Deutscher, sonstiger EU-Staatsangehöriger, Staatsangehöriger Islands, Liechtensteins, Norwegens, der Schweiz oder Großbritanniens oder Drittstaatsangehöriger mit langfristigem Aufenthaltsrecht in Deutschland sein.
    Voraussetzung ist, dass die Beziehung/Partnerschaft langfristig, d.h. auf Dauer angelegt ist und beide Partner sich zuvor mindestens ein Mal persönlich in Deutschland getroffen haben oder bis vor kurzem einen gemeinsamen Wohnsitz im Ausland hatten.
    Zum Nachweis sind geeignete Unterlagen mitzuführen:
    Schriftliche Einladung der in Deutschland wohnhaften Person (nebst Kopie der Ausweispapiere), eine Erklärung beider Partner zur Beziehung sowie Nachweise über vorherige persönliche Treffen (insbesondere anhand von Passstempeln bzw. Reiseunterlagen/Flugtickets oder Nachweise über einen gemeinsamen Wohnsitz im Ausland (beispielsweise Meldebescheinigungen)). Ergänzend ist eine Dokumentation durch Fotos, Soziale Medien, Brief- oder E-Mailkorrespondenz möglich.
    -Bei schwerwiegendem persönlichen Grund:
    Besuchsreisen gemeinsam reisender unverheirateter Paare aus dem Ausland (z.B. Hochzeit, Krankheit oder Beisetzung naher Angehöriger). Einer der Partner muss Deutscher oder sonstiger EU-Staatsangehöriger oder Staatsangehöriger Islands, Liechtensteins, Norwegens, der Schweiz oder Großbritanniens sein.

  • Diplomaten, Personal internationaler Organisationen, militärisches Personal und humanitäre Helfer in Ausübung ihrer Tätigkeit
  • Passagiere im Transitverkehr 
  • Personen, die internationalen Schutz oder Schutz aus anderen humanitären Gründen benötigen, inklusive zwingender medizinischer Gründe
  • Anträge auf Familiennachzug
  • Anträge von Fachkräften und hoch qualifizierten Arbeitnehmern aus den folgenden Antragskategorien:
    - Fachkräfte mit einem konkreten Arbeitsplatzangebot im Sinne der gesetzlichen Definition (§§ 18 Abs. 3, 18a, 18b AufenthG), das durch die Erklärung zum Beschäftigungsverhältnis nachgewiesen wird
    - Wissenschaftler/Forscher (§18d AufenthG)
    - Entsendungen (§19c Abs. 1 i.V.m. §10 BeschV) und ICT beschränkt auf Führungskräfte und Spezialisten (§§ 19 Abs. 2, 19b AufenthG)
    - Leitende Angestellte
    - Führungskräfte und Spezialisten (§ 19c Abs. 1 i.V.m. § 3 BeschV)
    - IT-Spezialisten (§19c Abs. 2 AufenthG i.V.m. § 6 BeschV)
    - Beschäftigungen in besonderem. öffentlichem Interesse (§ 19c Abs. 3 AufenthG)
    - Geschäftsreisende
    Voraussetzung als Fachkraft oder hoch qualifizierter Arbeitnehmer ist jeweils Nachweis der Präsenzpflicht in Deutschland (z.B. durch die Vorlage eines Arbeitsvertrags) und Glaubhaftmachung, dass Beschäftigung aus wirtschaftlicher Sicht notwendig ist und Arbeit nicht zeitlich verschoben oder aus dem Ausland verrichtet werden kann (durch die Vorlage einer Bescheinigung des Arbeitgebers/Auftraggebers). Die wirtschaftliche Notwendigkeit bezieht sich auf die Wirtschaftsbeziehungen und/oder die Wirtschaft Deutschlands oder des Binnenmarkts. Entsprechende Belege sind bei der Reise mitzuführen und bei der Grenzkontrolle vorzulegen.
  • Studierende, deren Studium nicht vollständig vom Ausland durchgeführt werden kann. Unter diese Ausnahme fallen alle, die einen Zulassungsbescheid haben (auch wenn ein Sprachkurs oder ein Praktikum vorgeschaltet ist). Nicht aber Studienbewerber und diejenigen, die z.B. zum Sprachkurs einreisen und sich später nach einem Studium umsehen wollen (isolierter Sprachkurs). Nachweis der Präsenzpflicht in Deutschland durch Bestätigung der Hochschule (z.B. per E-Mail) erforderlich; Unterlagen sind auch bei Grenzkontrolle vorzulegen.

  • Auszubildende, die eine qualifizierte Ausbildung absolvieren. Es muss sich damit um eine Ausbildung in einem staatlich anerkannten oder vergleichbar geregelten Beruf handeln, für den eine Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren festgelegt ist (mit ausbildungsvorbereitendem Sprachkurs). Voraussetzung ist die Vorlage einer Bestätigung des Ausbildungsträgers, dass die Anwesenheit trotz der derzeit coronabedingten Situation (Präsenz und nicht nur online) erforderlich ist.

  • Teilnehmer von Qualifizierungsmaßnahmen mit dem Ziel der Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Berufsausbildung. Auch hier bedarf es der Vorlage einer Bestätigung des Bildungsträgers, dass die Anwesenheit trotz der derzeitigen coronabedingten Situation (Präsenz und nicht nur online) erforderlich ist.

2. Einreisebeschränkungen für Deutschland

Peru steht nicht auf der Positivliste der Staaten, aus denen man wieder uneingeschränkt nach Deutschland einreisen kann. Einreisebeschränkungen bestehen daher für Einreisende aus Peru grundsätzlich weiterhin fort. Die Positivliste wird alle zwei Wochen überprüft und aktualisiert.

Aus Peru kann eine Einreise nach Deutschland erfolgen, wenn hierfür ein wichtiger Grund vorliegt. Für folgende Personengruppen bzw. Reisezwecke ist insoweit eine Einreise nach Deutschland zulässig:

  • Deutsche Staatsangehörige sowie Staatsangehörige von anderen EU-Staaten, Schengen-assoziierten Staaten (Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz) oder von Großbritannien; dies gilt also auch für Personen mit EU-Pass, mit oder ohne Wohnsitz in Deutschland.
  • Drittstaatsangehörige mit bestehendem Aufenthaltsrecht in Deutschland
  • drittstaatsangehörige Familienangehörige (Ehegatten, minderjährige Kinder, Eltern minderjähriger Kinder) der beiden o. g. Gruppen, die zum Familiennachzug oder zu Besuchsreisen aus dringenden familiären Gründen einreisen (urkundliche Nachweise über die familiären Beziehungen sowie ggf. Nachweise über die Dringlichkeit einer Besuchsreise sind unbedingt mitzuführen; eine eventuelle Visumpflicht für Familienangehörige bleibt bestehen!)
  • ausländische Fachkräfte und hoch qualifizierte Arbeitnehmer, deren Beschäftigung aus wirtschaftlicher Sicht notwendig ist und deren Arbeit nicht aufgeschoben oder im Ausland ausgeführt werden kann; eine Visumpflicht  bleibt bestehen!
  • ausländische Studierende mit Studienzulassung in Deutschland, deren Studium nicht vollständig vom Ausland aus durchgeführt werden kann sowie zu studienvorbereitenden Sprachkursen (Bescheinigung der Hochschule erforderlich, die auch bei der Grenzkontrolle vorzulegen ist). Eine  Visumpflicht  bleibt bestehen!
  • Gesundheitspersonal, Gesundheitsforscher und Altenpflegepersonal; eine Visumpflicht  bleibt bestehen!
  • Transitpassagiere (auch solche, die durch konsularische Hilfe ins Heimatland zurückgeführt werden), die den internationalen Transitbereich des deutschen Flughafens nicht verlassen. Der Weiterflug in das Zielland sollte in der Regel am gleichen Tag bzw. spätestens am nächsten Tag erfolgen. Das Reisegepäck muss bereits am Abflugort bis zum Zielland durchgecheckt werden, da eine Entgegennahme des Reisegepäcks sowie ein erneuter Check-In am deutschen Flughafen nicht möglich ist, ohne den internationalen Transitbereich zu verlassen.
    Folgende Staatsangehörige benötigen ein Flughafentransitvisum, welches vorab bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung zu beantragen ist: Liste der Länder ohne Transitprivileg 
  • Passagiere, die aufgrund zwingender familiärer Gründe reisen. Hiervon umfasst sind dringende Einreisen der „Kernfamilie“, d.h. des Ehegatten/Lebenspartners oder der minderjährigen Kinder zu Beerdigungen, Hochzeiten, Besuchsreisen des minderjährigen Kindes zu seinen Eltern und vergleichbare Fälle.
  • Eine Einreise zur Eheschließung ist möglich, eine evt. Visumpflicht  bleibt bestehen!
  • Seeleute; eine  Visumpflicht  bleibt bestehen!
  • Personal im Gütertransport sowie sonstiges Transportpersonal;
  • Saisonarbeiter in der Landwirtschaft; eine Visumpflicht  bleibt bestehen!
  • Personen, die internationalen Schutz oder Schutz aus anderen humanitären Gründen benötigen;
  • Diplomaten, Personal internationaler Organisationen, militärisches Personal und humanitäre Helfer in Ausübung ihrer Tätigkeit;

Wichtig:  Die Einreise zu einem visapflichtigen Aufenthaltszweck ist nur mit einem gültigen, d.h. bereits erteilten Visum möglich.
Die Visastelle der Botschaft ist  aufgrund der örtlichen Pandemielage nur beschränkt geöffnet.

Folgende Aufenthaltszwecke für Reisende aus Peru berechtigen nicht zur Einreise:

  •     Arbeitsplatzsuche
  •     Au-Pair
  •     Auszubildende
  •     Freiberufler
  •     Freiwilligendienst
  •     Isolierte Sprachkurse
  •     Künstler
  •     (studienbegleitende) Praktika
  •     Schüleraustausch 

3. Quarantäneregelung und Covid-19-Tests bei Einreise nach Deutschland

Für Einreisen aus Peru gilt grundsätzlich, dass sie sich unmittelbar nach Einreise 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben müssen. Außerdem muss nach der Ankunft innerhalb von 14 Tagen ein verpflichtender Covid-19-Test vorgenommen werden.

Bei Einreise nach Deutschland mit Voraufenthalt in einem Risikogebiet innerhalb der letzten 14 Tage

  • müssen Sie sich nach der Einreise in Deutschland unmittelbar an ihren Zielort begeben,
  • sich dort häuslich absondern bis ein negatives Testergebnis vorliegt (Einzelheiten hierzu unter: Ausnahme: negatives Testergebnis nachweisbar) und das negative Testergebnis den zuständigen Behörden, i.d.R. Gesundheitsamt, auf Anforderung nachweisen und
  • sich per E-Mail oder Telefon bei der  für Sie zuständigen Behörde, i.d.R. dem Gesundheitsamt am Wohnort/Unterkunft melden. Wenn Reisende im Flugzeug, Schiff, Bus oder Zug eine Aussteigekarte ausgefüllt und abgegeben haben, müssen sie sich nicht erneut nach der Einreise melden.

Weitere Informationen zu den neu eingeführten Pflichttests finden Reisende auf der Webseite des Bundesgesundheitsministeriums.

Ausnahme: Durchreise (Transit)

Die Pflicht zur häuslichen Absonderung besteht nicht bei Transitaufenthalten. Sie sind in diesem Falle allerdings verpflichtet, Deutschland unmittelbar zu verlassen.

 Ausnahme: negatives Testergebnis nachweisbar

Wenn Sie nachweisen können, sich nicht mit Covid-19 infiziert zu haben, ist in den meisten Bundesländern keine Quarantäne erforderlich. In bestimmten Bundesländern ist dafür jedoch eine Wiederholungstestung nach einigen Tagen notwendig.

Der Nachweis muss durch ein ärztliches Zeugnis erbracht werden. Der molekularbiologische Test auf Vorliegen einer Infektion darf höchstens 48 Stunden vor Einreise erfolgt sein (d.h. das Ergebnsi darf bei Einreise maximal 48 Stunden alt sein). Der Test muss in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem Staat mit vergleichbarem Qualitätstandard vorgenommen worden sein.

Alternativ kann der Test nach Einreise

  • am Ort des Grenzübertritts oder
  • am Ort der Unterbringung erfolgen.

Der Test ist für Reisende innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise kostenlos und kann zum Beispiel an Flughäfen erfolgen.

Das Testergebnis muss - unabhängig davon, ob die Testung vor oder nach Einreise erfolgte - für mindestens 14 Tage nach Einreise aufbewahrt werde. Es muss dem Gesundheitsamt auf Verlangen vorgelegt werden.

Zusammenfassende Informationen, inwiefern Sie sich als Reisende bei Einreise in die Bundesrepublik Deutschland in Quarantäne begeben müssen, finden Sie beim Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

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