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Außenpolitik

28.03.2017 - Artikel

Stand: März 2018

USA, Lateinamerika und EU

Die Beziehungen zu den USA haben für Peru traditionell außenpolitische Priorität. Entsprechend hat der peruanische Präsident Pedro Pablo Kuczynski als eines der ersten ausländischen Staatsoberhäupter Ende Februar 2017 den neuen US-Präsidenten Donald Trump in Washington besucht. 
Gleichzeitig ist Peru an einer Vertiefung seiner Beziehungen zu den lateinamerikanischen Staaten - insbesondere zu den Mitgliedstaaten der auf wirtschaftliche Integration ausgerichteten Pazifikallianz (neben Peru Mexiko, Kolumbien, Chile) –, zu Europa, zu Russland und zu den Staaten des pazifischen Raums interessiert. 
China ist wichtigster wirtschaftlicher Partner, vor den USA und der EU. Bei Investitionen in Peru liegt Spanien ganz vorn; weitere große Investoren – insbesondere im Bergbaubereich – sind China, USA, Kanada, Australien, Schweiz und Großbritannien; Chile ist im Bereich Dienstleistungen und Einzelhandel stark engagiert. Mit der EU hat Peru im Februar 2010 ein bilaterales Freihandelsabkommen unterzeichnet, das zwischenzeitlich in Kraft getreten ist. Bilaterale Freihandelsabkommen mit den USA sowie mit China sind bereits seit 2009 bzw. seit 2010 in Kraft. Das transpazifische Freihandelsabkommen – nunmehr ohne die USA - CPTPP (Comprehensive and Progressive Agreement for Trans-Pacific Partnership) mit nur noch 12 beteiligten Nationen wurde am 08. März 2018 unterzeichnet. Zusammen mit ihren Mitgliedstaaten ist die Europäische Union ein wichtiger Geber von Mitteln der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit. Das peruanische Interesse an engen Beziehungen zur EU ist ungebrochen.

Brasilien

Der Ausbau der Beziehungen zu Brasilien hat für Peru einen hohen Stellenwert. Eine interozeanische Straßenverbindung ist entstanden. Zudem wird der Bau einer biozeanischen Eisenbahnstrecke geprüft. Brasilianische Investoren haben sich vermehrt an großen Infrastrukturvorhaben beteiligt, ein Engagement, das in jüngster Zeit wegen zahlreicher Korruptionsvorwürfe von der Öffentlichkeit allerdings zunehmend kritisch gesehen wird. 

Chile

Die peruanisch-chilenischen Beziehungen waren historisch belastet, haben sich aber trotz bestehender Differenzen v.a. seit März 2010 positiv entwickelt; der wirtschaftliche Austausch war in den letzten Jahren besonders dynamisch, angeführt von gegenseitig hohen Investitionen bei den Nachbarn.
Der ehemalige peruanische Präsident Pedro Pablo Kuczynski hielt sich im November 2016 zu Gesprächen mit der chilenischen Präsidentin Michelle Bachelet in Chile auf. Am 7. Juli 2017 kam Bachelet mit ihrem Kabinett zur ersten bilateralen peruanisch-chilenischen Kabinettskonsultation nach Lima. Am Tag vor der Amtsübernahme durch den neuen chilenischen Präsidenten Sebastián Piñera am 11. März 2018 traf Kuczynski in Chile mit diesem zusammen. Peru setzt weiter auf die Stärkung der politischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit dem südlichen Nachbarn.
Die Frage des Verlaufs der gemeinsamen peruanisch-chilenischen Seegrenze wurde vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag am 27.01.2014 entschieden; Peru gewann durch den Urteilsspruch ca. 50.000 km² Seegebiet hinzu. Der Urteilsspruch wurde nach einer Reihe gemeinsam durchgeführter technischer Missionen durch Unterzeichnung des Schlussdokuments der technischen Untersuchungskommissionen innerhalb von zwei Monaten am 25.03.2014 und damit in Rekordzeit umgesetzt.-
Am 1. Februar 2009 trat ein bilaterales Freihandelsabkommen in Kraft.

Ecuador

Mit einer ganzen Reihe von Initiativen bemüht sich die peruanische Außenpolitik um die Gestaltung der Beziehungen zu den Nachbarstaaten. Seit Abschluss eines Friedensvertrags mit Ecuador im Oktober 1998 haben sich die historisch angespannten Beziehungen zum nördlichen Nachbarn sehr positiv entwickelt. 2011 wurde die gemeinsame Seegrenze vertraglich geregelt. Die Regierungen treffen sich regelmäßig zu gemeinsamen Arbeitssitzungen.

Vereinte Nationen

Peru ist seit dem 1. Januar 2018 nicht ständiges Mitglied im Sicherheitsrat.

Regionalorganisationen

Zusammen mit Chile, Kolumbien und Mexiko ist Peru Mitglied der Pazifikallianz (Alianza del Pacífico), die am 28.04.2011 in Lima gegründet wurde. Sie ist eine auf Freihandel und wirtschaftliche Integration ausgerichtete Gruppierung. Auf dem Gipfeltreffen im Februar 2014 in Cartagena/Kolumbien beschlossen die Mitgliedstaaten der Pazifikallianz, 92% der Güter von Zöllen zu befreien. Beim Gipfel in Paracas/Peru Anfang Juli 2015, bei dem Peru für ein Jahr den Vorsitz des Bündnisses übernahm, sprachen sich die Mitgliedstaaten für eine weitere Vertiefung ihrer Handelsbeziehungen, Verbesserung der Infrastruktur und Zusammenarbeit bei Bildung und Innovation aus. Der letzte Gipfel fand im Juli 2016 statt, seitdem haben sich die Staatspräsidenten mehrfach per Videokonferenz ausgetauscht.  In Drittstaaten treten die Botschafter der Mitgliedsstaaten der Pazifikallianz zusammen gemeinsam auf, so im April 2018 bei der Internationalen Tourismusbörse in Berlin, bei der sie die Stände der vier Länder gemeinsam eröffneten.
Am 8. August 2017 wurde auf Initiative der peruanischen Regierung die „Gruppe von Lima“ (Grupo de Lima) gegründet, der zwölf amerikanische Staaten angehören (Argentinien, Brasilien, Chile, Costa Rica, Guatemala, Honduras, Kanada, Kolumbien, Mexiko, Panama, Paraguay und Peru).  Diese hatte zuvor in einer „Erklärung von Lima“ den „Bruch der demokratischen Ordnung in Venezuela" verurteilt, der damals neu gewählte Verfassungsgebende Versammlung die Berechtigung aberkannt und ihren Rückhalt gegenüber der "demokratisch gewählten" Nationalversammlung ausgedrückt.  Seitdem hat sich die „Gruppe von Lima“ mehrfach ähnlich geäußert.  
Peru ist mit Kolumbien, Ecuador und Bolivien Mitglied der Andengemeinschaft (CAN), deren Bemühungen um politische und wirtschaftliche Integration der Region jedoch nicht zuletzt wegen der unterschiedlichen politischen Ausrichtungen der beteiligten Staaten gegenwärtig nicht vorankommen.
Am 08.12.2004 wurde in Cusco/Peru die Gemeinschaft der südamerikanischen Staaten (CNS) gegründet, deren Mitglied Peru ist. Im April 2007 wurde sie in Union Südamerikanischer Staaten (UNASUR) umbenannt.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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